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Dieser Ständehaus-Treff sorgte aus mindestens zwei Gründen für besonderes Interesse: Zum einen war den Gästen sicherlich bewusst, dass Sie mit dem gegenwärtigen Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier den möglichen nächsten Bundeskanzler erleben würden, zum anderen wurde das Gespräch bekanntermaßen weder vom langjährigen Moderator Frank Plasberg, noch von seinem Nachfolger Markus Lanz geführt.
| Dr. Reiner Mark, Geschäftsführender Gesellschafter von Dr. Heimeier & Partner, dankt Bundesaußenminister Frank- Walter Steinmeier für seine Teilnahme am Ständehaus-Treff | Axel Pollheim, der Macher des Ständehaus-Treffs hatte diesmal den Chefredakteur der Rheinischen Post, Sven Gösmann gebeten, diese Aufgabe zu übernehmen, quasi aushilfsweise. Denn Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der Wochenzeitung „Die Zeit“ und neuer Moderator des Ständehaus-Treffs wird erst im September antreten.
Steinmeier antwortete auf die Fragen des erfahrenen politischen Journalisten Gösmann bald staatsmännisch ernst, bald launig und ermöglichte den 500 Gästen, sich einen persönlichen Eindruck vom engsten Vertrauten von Ex-Kanzler Gerhard Schröder, Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidaten zu verschaffen.
Er gab sich überzeugt, dass die Bundestagswahl ein offenes Rennen wird und betonte: „Das Ziel ist eine rot-grüne Mehrheit und wenn es nicht reicht müssen wir uns mit einer Ampel-Koalition beschäftigen.“ Dass FDP-Chef Guido Westerwelle derartige Ansinnen ablehnt, spielte Steinmeier herunter.
Deutlich widersprach der Kandidat der Befürchtung, am Ende könne auch ein rot-rot-grünes Bündnis stehen: „Es wird so nicht kommen, das kann ich Ihnen versichern.“ Für diese Äußerung und weitere kritische Bemerkungen zur Linkspartei erhielt er Beifall. | Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier im Gespräch mit Dr. Lothar Heimeier |
Doch Steinmeier war auch zum Ständehaus-Treff gekommen, um sich als „Typ“ bekannt zu machen und hatte dafür sogar ein Abendessen mit der amerikanischen Außenministerin Hillary Clinton in Brüssel abgesagt. Er berichtete über Kindheit und Jugend im Lipperland, über die Widerstände, die der Familie als Vertriebene entgegengesetzt wurden, und wie er es als einziger der Familie aufs Gymnasium schaffte. Besonders launig berichtete er von seinen Talenten als Jugendfußballer des Dorfclubs TuS Brakelsiek. Der aus Jamaika stammende Jazz-Star Gregory Gaynair brachte Karibikflair und Sommerlaune ins Ständehaus. Zu essen gab es diesmal marinierten Tafelspitz, Lammrücken im Dattel-Senf-Wickel, Anis-Minzjus, Mai-Wirsing und Risottoreis-Purée, zubereitet von den Spitzenköchen Heimanns & Eljabi.. |