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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble als Gast des Ständehaus-Treffs in Düsseldorf

Der erste Ständehaus-Treff des Jahres war mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wieder einmal hochkarätig besetzt.

Dr. Reiner Mark und Wolfgang Schäuble beim Ständehaustreff.

Dr. Reiner Mark dankt Dr. Wolfgang Schäuble und Chefredakteur Bröcker für das gelungene Interview

Das von Dr. Heimeier & Partner in Düsseldorf seit nunmehr acht Jahren mitveranstaltete Netzwerktreffen findet viermal im Jahr statt. Rund 500 geladene Gäste, darunter SMS Group Chef Heinrich Weiss, den wir an unserem Sponsorentisch begrüssen durften, Rolf A. Königs (CEO Aunde Group und Präsident des Fussball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach), Johannes Teyssen (CEO E.ON) und zahlreiche andere namhafte Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Sport tauschten sich rege untereinander aus und hörten sehr aufmerksam den außergewöhnlich offenen Worten des Bundesfinanzministers zu. Mittlerweile zum vierten Mal Talkgast im Ständehaus (zuvor 2001, 2007, 2010) äußerte sich der 73-jährige dienstälteste Bundesminister zu der aktuellen Flüchtlingskrise, zur Außenpolitik, seinem Verhältnis zu Helmut Kohl und anderen teilweise auch sehr persönlichen Themen. So beantwortete er geduldig und offen die Fragen des Chefredakteurs der Rheinischen Post, Michael Bröcker.

Dr. Heinrich Weiss mit Christina Langen und Johannes Spannagl

Zu der alle Anwesenden interessierenden Frage, ob er die Entscheidung der Bundeskanzlerin, die Grenzen für Flüchtlinge zu öffnen für richtig halte, antwortete er, Merkel habe ja keine andere Wahl gehabt, da die Notleidenden ohnehin nach Deutschland gekommen wären. Er schränkte aber gleichzeitig auch ein, dass man von Deutschland nichts Unmögliches verlangen könne, „Deutschland kann nicht die ganze Welt bei sich aufnehmen“. Er betonte, dass das primäre Ziel sei, die Fluchtursachen in den Herkunftsstaaten wirksam zu bekämpfen und damit den Zustrom zu stoppen. Auch haushaltspolitisch sei die Flüchtlingsproblematik eine Herausforderung. So koste die Versorgung der Geflüchteten Deutschland in diesem und dem nächsten Jahr ca. 50 Mrd. Euro. Zur Finanzierung der EU-Grenzsicherung war Schäuble zuvor schon mit der Idee einer Sonderabgabe der EU-Staaten auf Benzin nach vorne geprescht, was Merkel aber sofort zurückgewiesen hatte. Schäuble zeigte sich als loyales Kabinettsmitglied, als er nach der lauter werdenden Kritik an seiner Chefin gefragt wurde: „Ich kenne keinen, der seine Popularitätswerte nicht mit denen der Kanzlerin tauschen würde.“ Weder Renzi, Hollande noch Tsipras hätten einen vergleichbaren Rückhalt in der Bevölkerung. Ans Aufhören denkt der „Überzeugungstäter“ Schäuble jedenfalls nicht: Politik ist eine Tätigkeit, die packt Sie mit Haut und Haaren“. Die Glaubwürdigkeit seiner Aussage stellte niemand der Anwesenden in Frage. Trotz des Attentats im Oktober 1990, welches ihn seitdem in den Rollstuhl gezwungen hat, und über das er sehr persönlich und offen gesprochen hat, versieht der Vollblutpolitiker seine Ämter mit einem unvergleichlichen Pflichtbewusstsein. Nicht nur wegen seiner Glaubwürdigkeit als Politiker und der Offenheit, mit der er auch über Persönliches gesprochen hat, sondern auch aufgrund der intelligenten und zuweilen anekdotenhaften Gesprächsbeiträge des Bundesfinanzministers war es ein anregender und unterhaltsamer Abend.


Das Düsseldorfer Team von Dr. Heimeier & Partner mit Dr. Reiner Mark, Christina Langen, Dejan Aleksic und Achim Hoss freut sich auf den nächsten Ständehaus-Treff mit Vizekanzler Sigmar Gabriel als Talkgast im Juni.

Dr. Reiner Mark