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Headhunting ohne Zukunft? - Was bedeutet die Digitalisierung für die Personalberatung?

Christina Langen ist Geschäftsführende Gesellschafterin von Dr. Heimeier und Partner in Düsseldorf.

Die Berufsbezeichnung Personalberatung ist nicht geschützt und die Bandbreite der Unternehmen dieser Branche entsprechend hoch. Während Beratungen, deren Schwerpunkt auf der „Beschaffung“ bzw. „Vermittlung“ von Fachkräften liegt, einem viel stärkeren Wettbewerbsdruck und damit Anpassungs- und Spezialisierungszwang unterliegen, da deren Kunden selbst e-Recruitment-Abteilungen aufbauen, werden Beratungen, die auf die Suche und Auswahl von Führungskräften spezialisiert sind und deren Hauptmerkmale die Beurteilungs- und Beratungskompetenz darstellen, sicherlich auch noch in 10 Jahren bestehen. Von einer präzisen Beurteilung der Persönlichkeit, der Wertvorstellungen sowie der Fach- und Führungskompetenz von Kandidaten/innen im Kontext mit den individuellen Anforderungen, der Führungs- und Unternehmenskultur sowie den Wertvorstellungen der Mandanten ist die Künstliche Intelligenz noch weit entfernt.

Change im Research

Das Tätigkeitsfeld des Personalberaters im Führungskräftebereich hat sich seit Jahrzehnten kaum verändert. Seine Kernkompetenzen liegen in der Beratung des Mandanten und in der sicheren Beurteilung in Frage kommender Kandidaten/innen. Was sich im Zuge der Digitalisierung verändert hat, sind die Strategien, Instrumente und Methoden der Identifizierung passender Personen und betrifft primär die Ausgestaltung des Researchs. Hier ist das Internet nicht mehr wegzudenken. Im Zuge enger werdender Kandidatenmärkte und komplexer werdender Organisationsformen ist der Research künftig noch mehr gefordert hinsichtlich effizienter Suchstrategien, Unterstützungstools, Schnelligkeit und Kreativität.

Neue Organisationsformen, Geschäftsmodelle und Berufsbilder

Aufgrund der voran schreitenden digitalen Transformation müssen sich Personalberater mehr noch als früher auf neue Organisationsformen, Geschäftsmodelle, Branchen und Führungsfunktionen Ihrer Mandanten einstellen. Es entstehen ständig neue Berufsbilder, Führungskulturen und komplexe Veränderungsprozesse. Neben der Beurteilungskompetenz sind deshalb schnelles Hineindenken in sich verändernden Kulturen, Empathie sowie aktuelles Wissen zu Märkten, Branchen und Trends mehr denn je gefragt.

Anmerkung: der Beitrag wurde in gekürzter Form in der Rubrik STIMMEN der September-Ausgabe 2017 des personalmagazins abgedruckt.

Christina Langen ist Geschäftsführende Gesellschafterin von Dr. Heimeier und Partner in Düsseldorf. Sie erreichen sie per E-Mail unter langen@heimeier.de oder telefonisch unter +49 211 55922-34.