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Kontinuität und Wandel unserer Personalberatung

Interview mit unserem Gründer und Senior-Partner Dr. Lothar Heimeier nach dem erfolgreich vollzogenen Generationswechsel

Dr. Matthias Mohr: Vor über 22 Jahren haben Sie unsere Firma gegründet; was war seinerzeit Ihre Motivation und Zielsetzung?

Dr. Lothar Heimeier: Seinerzeit verfügte ich schon über zehn Jahre Industrieerfahrung im Personalmanagement und war seit zehn Jahren Geschäftsführer einer renommierten deutschen Personalberatungsgesellschaft. Ich war also fachlich und persönlich bestens vorbereitet für die Selbständigkeit, wollte aber die Fehler vieler Wettbewerber am Markt nicht wiederholen.

Frage: Welche Fehler meinen Sie?

Antwort: Von Beginn an strebte ich eine klare Positionierung an: Beratungskompetenz für die Suche und Auswahl von Führungskräften im gehobenen und oberen Segment. Dies ist nur möglich mit gleichberechtigten Beratungskollegen, die als Partner und Mitgesellschafter und damit als Mit-Unternehmer auf Augenhöhe mit unseren Kunden kommunizieren. Dies schien mir auch die beste Garantie für dauerhafte personelle Kontinuität und das angestrebte Wachstum in die Branchenspitze. Unabdingbar dafür war nicht zuletzt auch unsere mit jedem Suchmandat übernommene Verpflichtung zur Problemlösung.

Frage: Wie haben Sie die Partner gefunden, die die dafür notwendigen fachlichen und persönlichen Voraussetzungen mitbringen? Und welche Voraussetzungen waren Ihnen die wichtigsten?

Antwort: Die erste Generation von Beratungspartnern resultierte aus meinem seinerzeit vorangehenden Beratungsumfeld, mir bereits eng vertraut durch direkte Zusammenarbeit oder durch enge Marktbeobachtung. Später haben wir gezielt entsprechende Persönlichkeiten angesprochen, zum Teil bei Wettbewerbern, zum Teil im Rahmen von Suchprojekten und überwiegend über unser breites Kandidaten-Know-how.

Wichtigste und ureigenste Qualifikation von Personalberatern war und ist deren hohe Beurteilungssicherheit, denn nur sie bedeutet Risikominimierung und damit betriebswirtschaftlichen Nutzen für unsere Kunden. Ein überdurchschnittliches Maß an Beurteilungssicherheit resultiert aus langjähriger Führungserfahrung, psychologischem Einfühlungsvermögen und Vertrautheit mit eignungsdiagnostischen Verfahren, um nach einem zeitlich begrenzten Interview schlüssige Aussagen zu den Stärken und Schwächen und wesentlichen Persönlichkeitsmerkmalen von Kandidaten und deren „Paßbarkeit“ zum zukünftigen Umfeld machen zu können. Dies erfordert einen extrem hohen Qualitätsanspruch, die Fähigkeit zur weitestgehend persönlichen Leistungserbringung und damit – täglich aufs Neue – eine höchst disziplinierte und anstrengende geistige Auseinandersetzung über Kandidaten oder auch mit sich selbst.

Frage: Was waren weitere für Sie wichtige Erfolgsfaktoren?

Antwort: Die aktive Mitarbeit in unserem Berufsverband BDU war nicht nur wichtig um die Legalisierung des Berufsstandes und die Befreiung vom Arbeitsvermittlungsmonopol der Bundesanstalt für Arbeit zu erreichen, sondern war auch eine Garantie für Kunden und Kandidaten, dass Beratungsmandate nach bestimmten Regeln und im Rahmen eines bestimmten Verhaltenskodex durchgeführt werden.

Wichtig war auch unsere grenzüberschreitenden Problemlösungskompetenz und damit von Beginn an die enge Kooperation mit IMD – International Search, einem weltweiten Beratungsverbund mit ca. 25 Mitgliedsfirmen in allen wichtigen Industrieländern, dessen deutsches Mitglied wir seit 1989 sind. Damit war auch die Durchführung von Suchmandaten im Ausland für unsere Kunden möglich.

Darüber hinaus legte ich Wert auf den Aufbau eines Kooperationsnetzes zu einigen renommierten Management-Beratungen, Anwaltskanzleien, WP-Gesellschaften und Hochschulinstituten, mit zum Teil gemeinsamen Studien und Veranstaltungen und bei Bedarf gegenseitiger Empfehlung. Dies hat auch unsere ureigenste Beratungskompetenz deutlich erweitert.

Frage: Welches war im Laufe Ihrer langen Beratungszeit Ihr interessantestes oder herausforderndstes Suchmandat?

Antwort: Jedes Mandat ist herausfordernd, weil immer zwei Unbekannte – die vakante Position in ihren gegebenen Rahmenbedingungen einerseits und eine Anzahl von interessierten und fachlich geeigneten Kandidaten auf der anderen Seite – auf ihre „Paßbarkeit“ zueinander geprüft werden müssen. Das macht den Reiz und die Spannung aus. Besonders herausfordernd sind Mandate der „Unternehmernachfolge“, wo in ganz individueller Weise neben allen anderen Auswahlkriterien die „passende Chemie“ und das „unternehmerische Gen“ herausgefunden und bewertet werden müssen. Für solche Mandate braucht man ein extrem hohes gegenseitiges Vertrauen und häufig langen Atem.

Frage: Inwieweit hat sich aus Ihrer Sicht das Geschäft des Personalberaters seit der Gründung unserer Gesellschaft verändert?

Antwort: Das Geschäft ist im Prinzip einfacher geworden, da die Profession „Personalberatung“ nach der engen Umklammerung durch das Vermittlungsmonopol der BA voll legalisiert wurde, viele frühere Kontrollen dadurch entfallen sind und die Bezahlung unserer Dienstleistung letztlich auch einklagbar wurde. Vor allem profitieren wir aber längst von unserem hohen Bekanntheitsgrad als Qualitätsanbieter im oberen Führungskräftesegment und von unserem immensen Kandidaten-Know-how. Durch den Einsatz des gesamten Methoden-Mix bei der Kandidatensuche (Direktansprachen, Nutzung von Printanzeigen, Internetbörsen und internen Datenbanken) können wir jedes Mandat mit klarem Problemlösungsversprechen übernehmen. Dies alles und ein seit Jahren zunehmender Trend der Professionalisierung der Führungskräftesuche mit Hilfe von qualifizierten Personalberatern helfen uns in unserer positiven Geschäftsentwicklung.

Frage: Unser neues Corporate Design ist äußeres Zeichen eines Veränderungsprozesses im Rahmen des vollzogenen Generationswechsels unserer Gesellschaft. Was geben Sie den nachfolgenden Generationen an Ratschlägen mit auf den Weg?

Antwort: Auf den kürzesten Nenner gebracht: Bewährtes gilt es zu erhalten und weiterzuentwickeln, Veränderungen – z. B. des Marktes, des Methoden- oder Medieneinsatzes, etc. – gilt es frühzeitig zu erkennen und sich darauf einzustellen. Ich bin glücklich, dass die Gesellschaft in jeder Hinsicht gut aufgestellt ist, und höchst zuversichtlich, dass sie in den nächsten Jahren erfolgreich weiter wachsen und sich inhaltlich und personell positiv weiterentwickeln wird. Jedenfalls werde ich den weiteren Weg mit großem Interesse und gelegentlichem Rat begleiten.